{"id":858,"date":"2018-01-08T10:15:29","date_gmt":"2018-01-08T09:15:29","guid":{"rendered":"https:\/\/simon.blog\/de\/?p=858"},"modified":"2019-08-17T18:20:55","modified_gmt":"2019-08-17T16:20:55","slug":"zehn-jahre-spaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simon.blog\/de\/2018\/zehn-jahre-spaeter\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre sp\u00e4ter"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor zehn Jahren habe ich meine erste Website mit Hilfe eines Content-Management-Systems eingerichtet. Nach einiger Recherche hatte ich mich seiner Zeit f\u00fcr Joomla entschieden. Doch schon nach einer Woche war die m\u00fchsam aufgesetzte Installation wieder Geschichte. Weil die Kunde der sicheren Passw\u00f6rter seiner Zeit noch nicht bis zu mir durchgedrungen war, fand sich \u00fcber Nacht auf der Seite <em>interessante<\/em> Viagra-Werbung. Die Schuld an diesem Problem ist sicher nicht bei Joomla zu suchen, aber ich war dennoch demotiviert und machte mich auf die Suche nach einem anderen CMS.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so gelangte ich am Mittag des 8. Januar 2008 schlie\u00dflich zu einem kleinen aber feinen System mit dem Namen <em>WordPress<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Trial and Error<\/h2>\n\n\n\n<p>Was man als eingefleischter Nutzer eines Systems (nicht nur CMS, auch Betriebssysteme, Text-Editoren etc.) schnell vergisst ist, wie schwer die ersten Schritte fallen k\u00f6nnen. Ist man erst einmal auf den Baum geklettert, erscheint der Weg hinauf ganz klar, aber von unten betrachtet gibt es unz\u00e4hlige Wege. &nbsp;Und weil 2008 noch lange nicht so viel dokumentiert war und WordPress selbst &nbsp;noch lange nicht auf dem Stand war, auf dem wir es in den letzten Jahren erleben durften, waren meine pers\u00f6nlichen ersten Schritte schwer.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich habe in den ersten Jahren vermutlich so ziemlich alle Anf\u00e4ngerfehler gemacht, die man sich vorstellen kann. Ich habe das <a href=\"https:\/\/de.wordpress.org\/themes\/sandbox\/\">Sandbox-Theme<\/a>&nbsp;direkt angepasst und mir somit die M\u00f6glichkeit genommen Theme-Updates zu machen. Ich habe Plugins und Themes direkt im Code \u00fcbersetzt, statt auf \u00dcbersetzungsdateien zu setzen, ich habe \u00c4nderungen lange Zeit ausschlie\u00dflich im internen Editor vorgenommen und mir so regelm\u00e4\u00dfig das WordPress unterm Hintern weggeschossen und ich habe die NextGen Gallery eingesetzt, was mir noch viele Jahre sp\u00e4ter echten \u00c4rger beim Umstellen auf die WordPress-eigene Galerie brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit jedem dieser Fehler und mit allen WordPress-Updates habe ich dazugelernt, bis ich schlie\u00dflich an dem Punkt war, andere vor den Fehlern zu bewahren, die ich selbst machen musste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Community von A bis Z<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch bevor es so weit war musste ich noch eine weitere wichtige Lektion lernen: <em>Auch andere Menschen benutzen WordPress<\/em>. \ud83d\ude31<\/p>\n\n\n\n<p>2011 wurde ich auf das <em>WordCamp K\u00f6ln<\/em> aufmerksam. Nach ersten Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten und von der Menge der WordPress-Anwenderinnnern und -Anwender hoffnungslos \u00fcberfordert, wurde ich mit dieser &#8222;Community&#8220; dann aber recht schnell warm. Zu dieser Zeit kannte ich dort exakt niemanden. Aber ein netter <a href=\"https:\/\/twitter.com\/gillyberlin\">@gillyberlin<\/a>&nbsp;lieh mir einen Mehrfachstecker und ein super beeindruckender <a href=\"https:\/\/twitter.com\/wltrd\">Walter Ebert<\/a> hielt einen Vortrag zu WordPress-Multisites, einem Konzept, das mir im Laufe der Jahre, ebenso wie Walter immer wieder begegnen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon ein Jahr sp\u00e4ter auf dem WP Camp 2012 in Berlin entstand dann die Idee, in Frankfurt einen kleinen WordPress-Stammtisch, ein sogenanntes <a href=\"https:\/\/wpmeetup-frankfurt.de\"><em>Meetup<\/em><\/a>\u00a0zu starten. Neben mir waren in der Anfangszeit Pascal, Thorsten und der bereits erw\u00e4hnte Walter mit dabei. In dieser fr\u00fchen Phase unsere Meetups suchte ich Rat bei meinem Freund <a href=\"https:\/\/twitter.com\/glueckpress\">Caspar H\u00fcbinger<\/a>, den ich seiner Zeit nur vom Sehen als WP Camp-Organisator kannte. Der Satz, den er damals zu mir sagte, zeugt von genau der Art von Weitsicht, die ich heute noch an Caspar sch\u00e4tze. Er sagte etwas in dieser Richtung: &#8222;Du wirst [durch das Meetup] einige sehr gute Freunde kennenlernen, lass den Rest einfach auf dich zukommen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Jahr hat sich unser kleines Vier-Personen-Meetup weitgehend unbehelligt von anderen Besuchern getroffen. In den folgenden Jahren wechselten wir mehrfach die Location und sind gleichzeitig immer weiter gewachsen. Bis zum heutigen Tag treffen wir uns monatlich und in der Tat sind in dieser Gruppe (wie in allen anderen Meetup-Gruppen, die ich im Laufe der Zeit kennenlernen durfte) enge Freundschaften entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>2015 hatte ich dann die hirnrissige Idee ein <a href=\"https:\/\/2016.frankfurt.wordcamp.org\">WordCamp in Frankfurt<\/a> zu organisieren. Anfang September 2016 durfte unser Orga-Team nach vielen Monaten der schwei\u00dftreibenden Vorbereitungen dann endlich unsere deutschsprachigen und internationalen Freunde in Frankfurt begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Camps f\u00fcr einen Teil der deutschen Community wie eine Art Klassentreffen funktionieren, muss man dennoch die Meetups besuchen um in die lokalen Gruppen wirklich einzutauchen. Im Sommer 2013 bin ich deshalb einen Monat lang quer durch Deutschland gefahren und habe alle, zu dieser Zeit aktiven, Meetups besucht. Dieses Unterfangen war zu einer Zeit, in der wir nur eine Hand voll Meetups hatten sicher einfacher als heute mit \u00fcber zwei Dutzend Treffen jeden Monat. Aber auch in diesem Jahr m\u00f6chte ich allen Gruppen <a href=\"https:\/\/simon.blog\/de\/2017\/sprich-und-rede-darueber\/\">wieder einen Besuch abstatten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 2017 durfte ich dann schlie\u00dflich zu einer Gruppe talentierter Entwicklerinnen und Entwickler aus der deutschen Community sto\u00dfen, die sich um die Pflege und Weiterentwicklung einiger popul\u00e4rer Plugins wie <em>Antispam Bee<\/em> und <em>Cachify<\/em> k\u00fcmmert \u2013 das <a href=\"pluginkollektiv.org\">Pluginkollektiv<\/a>. W\u00e4hrend ich die Entwicklungs-Arbeit eher den anderen Mitgliedern \u00fcberlassen m\u00f6chte, die das wesentlich besser als ich k\u00f6nnen, war mein Plan, im vergangen Jahr (und f\u00fcr 2018 hat sich daran nicht viel ge\u00e4ndert) das Projekt eher auf einer organisatorischen Ebene zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sendungsbed\u00fcrfnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach knapp 770 W\u00f6rtern d\u00fcrfte klar sein, dass ich von Zeit zu Zeit ein gewisses Sendungsbed\u00fcrfnis empfinde. Vermutlich deshalb habe ich schon 2010 \u2013 und damit deutlich bevor ich daf\u00fcr ausreichend ger\u00fcstet war \u2013 angefangen, <em>\u00fcber<\/em> WordPress zu bloggen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch erst in den letzten Jahren habe ich angefangen, mit meinem Geschreibsel (und sp\u00e4ter Geschwafel) ein breiteres Publikum zu erreichen. Und es war ausgerechnet der R\u00fcckzug <a href=\"https:\/\/twitter.com\/translate3d\">Sergej M\u00fcllers<\/a> aus der Community, der mich in die Position brachte, der Community etwas mehr zur\u00fcckzugeben. Neben seinen Plugins (die jetzt das Pluginkollektiv pflegt) lief auch sein regelm\u00e4\u00dfiger WordPress-Newsletter, der <a href=\"https:\/\/wpletter.de\">WP LETTER<\/a> Gefahr, auf dem Friedhof der Geschichte zu landen. Mit Sergejs gro\u00dfz\u00fcgiger Erlaubnis und sehr weichen Knien machte ich mich im Sommer 2015 also daran, das Projekt in seinem Sinne und im Sinne der Leserschaft weiterzuf\u00fchren. Ob mir das seither immer gelungen ist, sei dahingestellt, bis zum heutigen Tag habe ich mit dem LETTER in jedem Fall gro\u00dfen Spa\u00df und freue mich, meine Leserinnen und Leser montags immer aufs Neue mit den wichtigsten Neuigkeiten der letzten Woche zu versorgen. Daher bin ich besonders stolz darauf, dass ein Teil der Leserschaft sich im Herbst 2017 zusammengefunden hat, um den LETTER durch kleine freiwillige Spenden <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/wpletter\">\u00fcber die Micopayment-Plattform Steady<\/a> zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter im Jahr 2015 startete ich dann das <a href=\"https:\/\/presswerk.net\">PressWerk<\/a>. Den ersten regelm\u00e4\u00dfigen deutschsprachigen WordPress-Podcast. Das Projekt, das (wie so viele andere) schon lange in meiner Schublade lag, entwickelt sich bis heute besser, als ich es je zu erwarten wagte. Das PressWerk erreicht regelm\u00e4\u00dfig mehrere tausend H\u00f6rer und auch wenn mein Sende-Schema stellenweise l\u00f6chrig und unregelm\u00e4\u00dfig ist, begegnet mir zu vielen Episoden gro\u00dfartiges Feedback sowohl im Netz als auch in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei bin ich besonders \u00fcber die vielen G\u00e4ste besonders gl\u00fccklich, mit denen ich im Laufe der letzten beiden Jahre sprechen durfte. Neben Community-Urgesteinen wie <a href=\"https:\/\/twitter.com\/coachbirgit\">Birgit Olzem<\/a>, unfassbar engagierten Menschen wie <a href=\"https:\/\/twitter.com\/pixolin\">Bego Garde<\/a>&nbsp; und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/zodiac1978\">Torsten Landsiedel<\/a> oder dem WordPress Mit-Gr\u00fcnder <a href=\"https:\/\/twitter.com\/photomatt\">Matt Mullenweg<\/a>, h\u00e4tte ich mich w\u00e4hrend des WordCamps K\u00f6ln 2011 sicherlich noch nicht sitzen und schon gar nicht sprechen sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2016 haben ich dann endlich ein Projekt an den Start gebracht, das in der bereits erw\u00e4hnten Schublade bereits seit 2010 auf seinen Einsatz wartete: KrautPress. Urspr\u00fcnglich als Magazin-artiges Blog rund um WordPress und das WordPress-\u00d6kosystem gedacht, entwickelte sich im letzten Jahr unter tatkr\u00e4ftigem Einsatz meines guten Freundes <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Christian_Fuchs\">Christian Fuchs<\/a>&nbsp;der <em>KrautPress Verlag<\/em>, der 2018 sicherlich noch etwas sichtbarer Fortschritte machen wird. Besonders dankbar bin ich den vielen Autoren, die uns im Laufe der letzten beiden Jahre mit ihren gro\u00dfartigen Inhalten zur Seiten standen. Allen voran <a href=\"https:\/\/twitter.com\/flobrinkmann\">Florian Brinkmann<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/pixolin\">Bego Garde<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kurzum: Danke&nbsp;\u2764\ufe0f<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alles, was in den letzten zehn Jahren passiert ist, f\u00fcr alles, was ich in dieser Zeit lernen durfte und f\u00fcr alle Kontakte und Freundschaften, die sich in dieser Zeit entwickelt haben, bin ich so unendlich dankbar, dass es mir schwer f\u00e4llt, es in Worte zu fassen. Das ist es, was mich jeden Tag auf&#8217;s neue Motiviert wieder an die Arbeit zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schreibe diese Zeilen in einer Zeit, in der WordPress auf gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen zusteuert. 2018 verspricht ein spannendes Jahr zu werden und ich freue mich auf die Dinge, die da kommen und nat\u00fcrlich auf die n\u00e4chsten zehn Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zehn Jahren habe ich meine erste Website mit Hilfe eines Content-Management-Systems eingerichtet. Nach einiger Recherche hatte ich mich seiner Zeit f\u00fcr Joomla entschieden. Doch schon nach einer Woche war die m\u00fchsam aufgesetzte Installation wieder Geschichte. 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