#rp13 Tag 2: Googles Mond­landefähre, Love und Rant

Foto von Simon Kraft, unter CC BY NC SA 4.0

Erstaunlich aber wahr: auch den zweiten re:publica Tag habe ich überlebt. Vielleicht auch deshalb, weil mein Plan heute nicht ganz so voll war wie gestern. Dennoch gibt es wieder meine drei subjektiv ausgewählten Sessions, die sich den Stempel „erwähnenswert“ verdient haben.

Erwähnenswert ist nicht unbedingt überaus euphorisch – das zeigt vor allem die Session mit Dieter Zetsche, die gegen Mittag auf auf der voll besetzten Stage 1 stattfand. Zetsche der, so zumindest mein bisheriger Eindruck, ebenso fachkompetent wie eloquent auch thematisch anspruchsvolle und inhaltlich kritische Fragen spielend meistert, wirkte schlichtweg unterfordert. Die Session, die als Interview mit einem mir nicht bekannten Moderator aufgebaut war, wirkte allzu zaghaft zusammengestellt. Wir dürfen nicht vergessen, dass Daimler einer der Hauptsponsoren der re:publica ist.

Somit endete Zetsches Seitenhiebin Richtung der autonomen Autos von Google als einer der amüsanten Höhepunkte des ansonsten flachen Gesprächsverlaufs:

Google? Googles (autonome) Autos sehen aus, wie Mondfähren. Die Erweiterungen sind teurer, als das Auto selbst – unser Ziel ist, ein Auto zu bauen, dass die Menschen kaufen können und fahren wollen.

frei nach Dieter Zetsche

Weitaus erfreulicher als der Zetsche Talk fiel da schon die Session des deutschen Podcast-Gotts Tim Pritlove aus. Anknüpfend an seine Session aus dem Vergangen Jahr „Die Wiederentdeckung der Langsamkeit: Warum Podcasts funktionieren“ berichtete Tim in diesem Jahr in „Radio Universal“ von den Fortschritten in den Projekten, die er 2012 vorgestellte und sprach über seine Vision des „Audio-Web“ als Zukunft der Podcasts.

Aber am überraschendsten (und das im absolut positiven Sinne) war die Session von Tanja Haeusler und Jonny Haeusler,  die zwar als „Netzgemüse: The Kids Are Alright“ im Programm stand, jedoch kurzfristig über den Haufen geschmissen wurde. Das Ergebnis war eine ebenso kurze, wie zutreffende Mischung aus Poetry Slam und Pamphlet, die rigoros zum gesellschaftlichen Rundumschlag ausholte.

Tanja und Jonny klagten an. Den Umgang mit der Jugend in Deutschland, Altersstarrsinn, Schulen, Eltern, die Politik, kurzum: die Gesellschaft. Als Mitglied des Teiles der Gesellschaft, für den die beiden in den Ring gestiegen sind, habe ich damit kein Problem, wer sich allerdings die Kommentare auf Youtube anschaut wird feststellen, dass der eine oder andere Zuschauer sich wohl etwas auf den Schlips getreten fühlt.

Natürlich habe ich auch heute eine ganze Reihe weiterer Sessions besucht und sie alle hier (wenn möglich schon mit Video) gesammelt: