#rp13 Tag 1: Cybersexism, Mozilla und der Tod im Digitalen

Foto von Simon Kraft, unter CC BY NC SA 4.0

Der erste Tag re:publica für dieses Jahr ist vorbei. Ich habe es geschafft immerhin 8,7 Sessions anzuschauen. Obwohl das Programm dieses ersten Tages nicht nur einen Gunter Dueck, sondern auch den inoffiziellen Hohepriester der deutschen *Netzgemeinde* Sascha Lobo zu bieten hatte, kommen meine persönlichen Highlights aus anderen Sessions. 

Während eigentlich die Session von Bertram Gugel und Markus Hündgen zu Youtube auf Stage 2 zu sehen war, lief auf der großen Stage 1 „Cybersexism“ von Laurie Penny. Nachdem ich die erstgenannte Session etwas früher verlassen hatte, um noch in Ruhe vor der nächsten Session aufs Klo zu gehen (jap, dieses Jahr ist unheimlich viel los und man muss fast überall anstehen), bin ich mehr zufällig in die letzen zwei Minuten der Q&A Sektion von Lauries Session gestolpert. Wenn die restliche Session so hervorragend war, wie diese Momentaufnahme, dann kann ich das Ganze nur empfehlen. (Aufgrund der vorgeschrittenen Uhrzeit, zu der diese Zeilen entstehen, bin ich selbst noch nicht dazu kommen, die Sessionaufzeichnung anzusehen, werde sie aber hier einbinden.)

Mitchell Baker von der Mozilla Foundation, die schon in den letzten Jahren auf der re:publica zu Gast war, bin ich vor ihrer Session „Buliding a Web we can trust“ direkt in die Arme gelaufen. Während einer vorangehenden Session saß sie mit ihren Kollegen im Publikum und war um ein kurzes Gespräch mit mir nicht verlegen. Das sind die Momente, in denen ich mich etwas ärgere, mich in Video- und Audioblogging noch dümmer, als im klassischen, geschriebenen Blog anzustellen.

In ihrer halbstündigen Session sprach sie dann nicht nur über Mozillas Anstrengungen im Cross-Browser Einsatz des Do no track Standards, das neue Firefox Addon Collusion, das Onlinetracking visualisiert, über Mozillas Smartphone Projekt Firefox OS sowie den spannenden und selbstverständlich offenen Standard webRTC zur verschlüsselten peer to peer Kommunikation in Wort, Bild, Video und Schrift direkt im Browser.

Mein persönliches Highlight des Tages aber war Elisabeth Ranks Session „Bis dass der Tod uns scheidet – Soziale Medien und der Umgang mit dem Sterben“. Ranks führte in ihrer Session nicht nur die unterschiedlichen Reaktionen von facebook, Twitter und Co auf den Tod eines Mitglieds auf, sondern warf auch mehrere, fast schon philosophische Fragen auf.

Dauert Sterben als Übergang von Leben zu Tod länger, wenn Technologie meine Identität bewahrt, obwohl ich schon lange verstorben bin?

Alles in allem war die Session zu umfassend und auf emotionaler Ebene zu tiefgreifend, um sie hier in so verkürzter Form abzuhandeln. Deshalb und weil ich persönlich mich vorher auch schon mit dem Sterben und den Auswirkungen auf die Sozialen Netzwerken auseinandergesetzt habe, werde ich das Ganze wohl nach der re:publica nochmal in einen eigenen Blogpost packen.

Zum Abschluss und zur vollständigen Zusammenfassung des ersten Tages noch eine Auflistung aller Sessions, die ich ganz oder in Teilen gehört habe: