Weniger miese Twitter-Embeds bitte!

WordPress erlaubt seit ewigen Zeiten das Einbetten von Inhalten Dritter in Beiträgen und auf Seiten. Im alten Editor konnten einfach Links zu Inhalten populärer Dienste wie Twitter, Soundcloud, YouTube etc in den Inhalt eingefügt werden. Über ein pfiffiges, oEmbed genanntes Format war WordPress dann in der Lage die verlinkten Inhalte von den jeweiligen Plattformen abzurufen und auf der eigenen WordPress-Seite einzubetten. Im Block-Editor gibt es eigene Blöcke für die jeweiligen Anbieter, am Grundprinzip hat sich an diesem Mechanismus aber nichts geändert.

Das Ganze ist perfekt, wenn Videos eingebunden, Tweets in einen größeren Kontext gesetzt oder die eigene Musik präsentiert werden soll. Doch wie so oft ist nicht alles Gold, was glänzt. Negativen Nebeneffekte eingebetteter Inhalte sind vielfältig.

Das Problem mit Embeds

Was im ersten Moment nicht allen klar sein mag: durch das Einbetten von Inhalten laden wir kleine Websites in iFrames zusätzlich zu unserer eigenen Site. In vielen Fällen hat das einen deutlich spürbaren negativen Einfluss auf die Performance unserer eigenen Website. Viele zusätzliche Daten müssen übertragen und vom Browser der Besucher*innen interpretiert werden. Das Ergebnis sind langsamere Websites und ein deutlich erhöhter Stromverbrauch.

Das zweite große Problem ist der liebe Datenschutz. Spätestens seit der DSGVO wissen wir hoffentlich alle, dass es problematisch ist, Inhalte von Dritten einzubinden. Sobald meine Website mit z.B. eingebettetem Tweet aufgerufen wird, kann Twitter, deren Website über den Embed ja auch geladen wird, Besucher*innen meiner Site ebenso tracken wie ich es könnte (aber nicht tue).

Die offensichtliche Lösung

Wer gelegentlich im Web unterwegs ist, kennt mindestens eine zwei Lösungen für dieses Problem.

Die erste wäre der konsequente Verzicht auf eingebettete Inhalte. Für eine Menge Websites ist das eine hervorragende Lösung.

Screenshot eines Datenschutz-Overlays für einen, auf Netzpolitik.org eingebetteten Tweet.
So wie hier auf Netzpolitik.org verbirgt Embed Privacy externe Inhalte schon jetzt hinter einem Platzhalter.

Wer nicht auf das Einbetten von Tweets und Co verzichten möchte, greift gerne zu einer sogenannten Zwei-Klick-Lösung. Dafür werden eingebettete Inhalte aller Art durch einen Platzhalter ersetzt, der erst nach expliziter Interaktion der Besucher*in durch den externen Inhalt ersetzt wird. Unser kostenloses Plugin Embed Privacy tut genau das und bietet damit einen wunderbaren Mittelweg zwischen den Interessen von Publisher*innen und Besucher*innen. Aber das reicht mir noch nicht.

Einen Schritt weiter gedacht

Eine Zwei-Klick-Lösung ist hervorragend, verschiebt die beiden genannten Probleme aber nur auf einen späteren Zeitpunkt. Die zusätzlichen Daten müssen trotzdem übertragen, die Privatsphäre der Besucher*innen trotzdem kompromittiert werden. Beides zwar unter der vollen Kontrolle der Leserschaft, aber dennoch nicht optimal.

Auftritt: Lokales Tweet-Caching. In der neuesten Embed-Privacy-Version 1.3, die wir gestern veröffentlicht haben, gibt es eine neue Option, die ab sofort das lokale Zwischenspeichern von Tweets erlaubt. Einmal in WordPress gespeichert, können Tweets dann als reines HTML ausgegeben werden. Nach dem Update muss nur noch die Option für „Lokale Tweets“ auf der Einstellungsseite unter Einstellungen / Embed Privacy aktivier werden. Anschließend werden die lokalen Kopien eingebetteter Tweets wie Blockquotes formatiert. Dank ein wenig eingestreutem Markup lassen sie sich mit wenigen Zeilen CSS aber auch an das eigene Theme-Design anpassen.

Ganz ohne schwerfälligen Embed-Code oder Overlay können Tweets jetzt einfach direkt lokal ausgeliefert werden.

Ich bin gespannt, wie Menschen, die sich (anders als ich) tatsächlich mit Design auskennen mit diesem neuen Tool umgehen werden und freue mich auf ansprechend gestaltete Embeds, die am Ende nicht nur Performance und Datenschutz, sondern auch dem Design einer Website zugute kommen.

Das wars schon?

Ja, das war es im Grunde genommen. Um gleich einen unvermeidlichen Kommentar vorwegzunehmen: ja, Tweets lassen sich auch manuell kopieren und als Text in WordPress einfügen. Der Vorteil unserer Lösung ist, dass der charmante ursprüngliche Workflow (URL kopieren, in WordPress einfügen, fertig) unangetastet bleibt und die ganze Arbeit von Embed Privacy im Hintergrund erledigt wird. Außerdem greift das Ganze natürlich auch für alle bereits angelegten Embeds.

Auf unserer Wunschliste steht noch das (optionale) lokale Zwischenspeichern von Bildern. In der Zukunft könnte es dafür eine weitere Option geben, für den ersten Wurf in Version 1.3 haben wir uns erstmal auf reinen Text beschränkt.

Embed Privacy 1.3 ist ab sofort auf WordPress.org erhältlich.

6 Antworten

  1. Das ist eine super Funktion.

    Mit den kommenden Block-spezifischen Style-Loading wird eine richtig schnelle und sparsame Website draus.

  2. Wie kann ich den jeweils letzten Tweet damit anzeigen lassen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert